Nach der Schicht

Gedichte zum Schmunzeln

Nach der Schicht

Beitragvon Rehmann » Freitag 15. Juni 2018, 08:37

Seit Stunden brennt das Straßenlicht,
die Männer kommen von der Schicht,
mit dem Verkehr ist´s auch nicht doll,
der Stadtbus ist nicht mal halb voll.

Ein gut Beleibter steigt jetzt ein,
trägt in der Hand ´ne Flasche Wein,
und allen Andern zum Verdruss,
der Mann ist “voller“ als der Bus.

Er hat keinerlei Manieren,
fängt gleich an zu randalieren,
es ist wirklich kaum zu fassen,
jetzt beschimpft er die Insassen:

„Ihr da links, ihr seid Idioten,
prügeln müsst´ man euch nach Noten,
rechts, ihr Böcke, Dauerzecher,
seid doch alle Ehebrecher !"

Sogleich empört sich einer rechts:
„Kein Einz´ger kennt von mir was schlecht´s,
denn meine Tugend ist wie neu,
stets war ich meiner Gattin treu !"

Nur kurz bleibt der Beleibte stumm,
und sieht sich nach den Plätzen um:
„Denk nicht, dass ich mit dir streite,
setz dich - auf die andre Seite !"

© Horst Rehmann
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