Herr Gott, ich fleh´ Dich an

Gedichte zum Schmunzeln
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Rehmann
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Herr Gott, ich fleh´ Dich an

Beitrag von Rehmann »

Der Jens sieht durch´s Schlüsselloch die Mama,
sie kniet hab nackt auf ihrem Federbett,
faltet die Hände und stöhnt – welch Drama,
dann fleht sie laut und absolut nicht nett:

„Ich brauch einen Mann, ich brauch einen Mann,
Oh Gott, ich fleh´ Dich an, ich brauch einen Mann!“
drei Tage später, wer hätt´ das gedacht,
kommt ein Mann und bleibt bei ihr über Nacht.

Einen Monat danach sieht die Mama,
ihr Söhnchen hockt knieend vor seinem Bett,
er ringt die Hände hoch – welch ein Drama,
schluchst, als wenn er Sorgen und Kummer hätt:

„Ich will keinen Bruder, lieber Gott, mein Guter,
ich brauch 'nen Computer, ich brauch 'nen Computer!“

© Horst Rehmann
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