Auf 5 Minuten zwischen Tür und Angel

Gedichte aus dem täglichen Leben

Auf 5 Minuten zwischen Tür und Angel

Beitragvon Stiekel » Sonntag 8. November 2015, 14:30



„Was wünscht du dir zum Weihnachtsfest?
Ich möchte dir was schenken.
Doch deine Schränke die sind voll,
ich muss es gut durchdenken.

Poppige Kleider sind nicht dein´s,
du magst es lieber schlicht
und auf meine Frage hin
ist ratlos dein Gesicht.“

„Ich weiß jetzt was, das kostet nichts!
„Schenk mir doch etwas Zeit!“
„Ach Mutter, ich hab viel zu tun.
Das geht nicht, tut mir Leid!“

„Auch nicht am Sonntag nur zum Tee,
so fünf-, sechsmal im Jahr?
Wir beide ganz allein, vertraut,
das wäre wunderbar.“

„Ja Mama, das wär´ wirklich schön,
doch da ist das Lokal,
Ich muss Sonntags Geld verdienen,
mir bleibt keine Wahl.

Auch im Urlaub geht es nicht,
da fahren wir ans Meer.
Ach was soll´s, ich komm zum Fest
für eine Stunde her...

...wenn nicht etwas dazwischen kommt,
das musst du auch versteh´n.
Es kann im Leben alles nicht
nach deinem Kopf nur geh´n!“

© Sabine Brauer 6.11.2015
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Re: Auf 5 Minuten zwischen Tür und Angel

Beitragvon Lena » Sonntag 8. November 2015, 23:37

Liebe Sabine,
das tut weh!
Aber du liegst nicht falsch mit dem Gedanken und im Altenheim bei meinen Eltern habe ich Ähnliches erlebt.
Ein nachdenklich machendes Gedicht, das du einer Hauszeitschrift in einem Seniorenheim zum Druck anbieten solltest! Das lesen auch die Angehörigen. Die in den Heimen sind froh, wenn sie Texte bekommen.
Dein Gedicht wäre auch was für einen Pfarrbrief im Advent!
LG Lena
Das höchste Gut ist die Harmonie der Seele mit sich selbst.
Seneca
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Re: Auf 5 Minuten zwischen Tür und Angel

Beitragvon heuberger » Montag 9. November 2015, 07:27

Liebe Sabine,
Glücklich, wer nichts erwartet, denn er kann nur angenehm enttäuscht werden.
Das ist bitter.
Aber ich weiß keinen anderen Trost.
Liebe Grüße
Manfred
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Re: Auf 5 Minuten zwischen Tür und Angel

Beitragvon Stiekel » Montag 9. November 2015, 13:46

heuberger hat geschrieben:Liebe Sabine,
Glücklich, wer nichts erwartet, denn er kann nur angenehm enttäuscht werden.
Das ist bitter.
Aber ich weiß keinen anderen Trost.
Liebe Grüße
Manfred



Lieber Manfred,
ich schreibe hier nicht von mir, sondern etwas überspitzt allgemein. Doch es ist schon so, die jungen Familien haben soviel mit sich selbst, den Kindern und der Arbeit zu tun, dass für die Eltern wenig Zeit bleibt. Das ist nicht mal böse Absicht.

Lieben Gruß von Sabine

Lena hat geschrieben:Liebe Sabine,
das tut weh!
Aber du liegst nicht falsch mit dem Gedanken und im Altenheim bei meinen Eltern habe ich Ähnliches erlebt.
Ein nachdenklich machendes Gedicht, das du einer Hauszeitschrift in einem Seniorenheim zum Druck anbieten solltest! Das lesen auch die Angehörigen. Die in den Heimen sind froh, wenn sie Texte bekommen.
Dein Gedicht wäre auch was für einen Pfarrbrief im Advent!
LG Lena


Danke Lena für den Tipp.

LLieben Gruß
Sabine
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Re: Auf 5 Minuten zwischen Tür und Angel

Beitragvon Gila » Montag 9. November 2015, 15:17

Liebe Sabine,

leider kommt die Einsicht, Zeit für die Eltern zu investieren, oft zu spät. Alles andere scheint wichtiger, aber so ist es auch mit manch gutem Rat, den man für die Kinder hat. Die Lebenserfahrung der Eltern oder älterer Menschen wird gern ignoriert. Man fühlt sich bevormundet. Schauen wir also zu, wie das kommt, was kommen muss. Und dieses Muster wiederholt sich seit ewigen Zeiten.

Liebe Grüße Gila
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Re: Auf 5 Minuten zwischen Tür und Angel

Beitragvon Stiekel » Montag 9. November 2015, 17:49

Liebe Gila,

das stimmt. Als junge Frau habe ich meiner Mutter zu verstehen gegeben, ich sei abgenabelt, nicht ahnend, wie weh ich ihr damit getan habe. Ich habe es erst kapiert, als ich selber erwachsene Kinder hatte.

Lieben Gruß von Sabine
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