Was uns Hannah Arendt über die Liebe lehrt!

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gerhard
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Was uns Hannah Arendt über die Liebe lehrt!

Beitrag von gerhard »

Die große Denkerin Hannah Arendt, die politisch hochinteressiert war und unter anderem den Prozeß gegen
den Nazi-Kriegsverbrecher Eichmann ("Eichmann in Jerusalem", "Banalität des Bösen")sehr aufmerksam verfolgte,
setzte sich auch sehr klug mit dem Thema "Liebe" auseinander.

Die Philosophin ("Elemente und Ursprünge totalitärer Herrschaft", 1906 - 1975)bewunderte leider, leider ausgerechnet
Herrn Martin Heidegger, einen "Erkenntnistheoretiker", der zu "Erkenntnissen" wie "Der Führer (=Hitler) allein ist die heutige
und künftige deutsche Wirklichkeit und ihr Gesetz" gelangte - und mit dem die Jüdin Arendt eine lange und eifrige Korrespondenz
führte.(Auch so kluge Menschen wie Frau Arendt können manchmal "doof" sein - z.B.sich auf eine Korrespondenz grad mit
"so wem" einzulassen!)

Herrn Heideggers "seinsverstehende Seinsweise" bestand u.a.aus Opportunismus (gegenüber den Nazis), das selbe galt für
seine "Zuhandenheit". Und unter dem "Nichten des Nichts" verstand der "große" Philosoph wohl u.a., das sein "Nichts" des
(Nicht)"Erkennens", WAS für einem Regime er gehuldigt hatte, ein "Nichten" der Wahrnehmung der nationalsozialistischen
Morde und Verbrechen enthielt!

Naja!
Da wende ich mich lieber den Gedanken der Frau Arendt über die Liebe zu: "In meinem Denken ist die Liebe eine Kraft
des Handelns. Wer einen anderen Menschen liebt, wird schöpferisch und kreativ. Wer das Leben liebt, wird sich für
das Leben engagieren. Liebe, die ihren Namen verdient, ist immer an andere adressiert: an meinen Partner, meine Freunde,
vielleicht auch die Natur, ja, vielleicht sogar das Leben. Und sie zeigt sich immer "nur" darin, dass ich etwas für diejenigen
tue, denen meine Liebe gilt!"

Was auch Menschen ausübten und lebten, die lange vor der klugen Frau Arendt lebten: Jesus und Franz von Assissi zum Beispiel:
Über den letzteren, der ganz und gar Jesus folgen wollte und darum ja all seine Privilegien als einstiger Sohn eines sehr
reichen Kaufmanns preisgab, ist sehr bekannt, dass er Tiere liebte und "Bruder Sonne, Schwester Mond" liebte - und viel zu
wenig, dass seine aktive Liebe u.a. Muslimen seiner Zeit, zu denen er extra reiste, galt - und sehr stark "Aussätzigen", also
Lepra-Kranken, die zu berühren und auch zu küssen er sich nicht scheute.

Die 8 Monate junge Mirli, aus der irgendwann mal eine große Maria werden wird, hat noch nie was von Hannah Arendt gehört -
und wenn sich ihre Mama beim Stillen "nebenbei" mit Mirlis Papa unterhält(z.B. über Hannah Arendt), kriegt sie das noch
nicht mit. "Muss" sie auch nicht, weil sie Liebe LEBT: Sie "beisst" ihre Mama in die Wangen, tatscht in ihrem Gesicht herum,
durchwühlt und zerzaust ihr das Haar, bis ihre Mama eine Frisur gehabt hat, hakt sich in Mamas Unterlippe ein und biegt sie viele,
viele Male runter - und lässt sie zurückschnalzen. Und gibt der Mama sehr nasse Bussis - und be-greift sehr liebevoll den Busen
der Mama, aus dem die leckere Milch rauskommt. (Und weil Lippen und Brüste der Mama ausgeprägte erogene Zonen sind,
findet die Mama das ganze nicht nur liebe- sondern auch lustvoll!)

"Später mal" wird Mirli, das sei schon verraten, die große Liebe, die ihr ihre Mama vorlebt("dass ich für diejenigen tue, denen
meine Liebe gilt"), erwidern: Sich an die Mama schmiegen, sie küssen, sie fest umarmen, viel mir ihr unternehmen, viel mit
ihr spielen. Ihr "tausende" Fragen stellen und sich freuen, dass die Mama sich bemüht, die Fragen zu beantworten!

"Wer einen anderen Menschen liebt, wird schöpferisch und kreativ!" "Eines Tages" wird Mirlis/Marias Mama ihrer Tochter dabei
helfen, mit dem umzugehen, was ihr über "daheim" hinaus z.B. in der Schule begegnet: dass es da einen Jungen aus dem Kongo
gibt, ein afghanisches Mädchen mit Kopftuch, eine kleine Türkin, die im Burkini ins Hallenbad geht.
Dass ein kleiner Junge "da drin" spürt, dass in ihm eigentlich ein Mädchen "steckt" - und eine kleine Freundin von Mirli/Maria
fühlt, "da drin" ein Junge zu sein.

Mirli/Maria wird lernen, mit anderen Kindern umzugehen, die "behindert" sind. Dass die Mama einer ihrer kleinen Freundinnen
Alleinerzieherin ist - und oft nicht weiss, wie sie Wohnung, Miete, Essen, Kleidung, Schulsachen... finanzieren soll.
Dass die Mama einer anderen kleinen Freundin mit blaugeschlagenen Augen zum Sprechtag kommt.

"Liebe, die ihren Namen verdient, ist immer an andere adressiert": Als Maria Teenagerin wird, versteht es ihre Mama, die
oft für Maria selbst verwirrenden Gefühle und auch "Launen" zu respektieren. Ja, Maria soll das Gefühl bekommen, eine eigenständige
Persönlichkeit zu sein. Ja, sie soll im Gruppenleben mit ihren Freundinnen lernen und üben, ihr "Ich" zu entwickeln - sie soll es
schön finden, zu einer Gruppe/"Clique" zu gehören - aber NIEMALS dieser "Clique" ihre Eigenständigkeit "opfern"!

Und sich NIEMALS von einer "Clique", so toll und cool diese auch sein mag, zu Handlungen wie dem Ausgrenzen, Schikanieren,
Stalken,Mobben anderer Personen bringen lassen - dass eine Person NICHT zur "Clique" gehört, darf niemals ein "Grund" sein,
"so eine" Person zu schikanieren!

Marias Mama ist sehr stolz, dass das Mädchen sich VON SICH AUS vor Opfer von Mobbing stellt. Und sich NICHT deshalb
einer Amnesty-Gruppe anschliesst, weil ihre Mama schon soooo lange dabei ist: Sondern weil es MARIA wichtig ist!

Und als Marias Mama "eines Tages" sieht, wie ein Mitarbeiter des "Ordnungsdienstes" eine Bettlerin "wegweisen" will
und sich dann Maria ganz ruhig VOR die Bettlerin stellt, weiss die Mama, dass es nicht wichtig ist, ob ihre wunderbare
Tochter Hannah Arendt "kennt".

Maria UND ihre Mama werden "mitkriegen", dass die Frau in der Nachbarwohnung oft mit rotgeweinten Augen aus der
Wohnungstür kommt. Die Mama, die gern singt, wird "mitkriegen", dass Maria "keinen geraden Ton" schafft.
Und dass ihre Tochter es zwar toll findet, was die Mutter als Anwältin für Leute tut, die sich z.B. ihre Wohnung nicht#
mehr leisten können, aber selbst KEINE Juristin werden will:

Sondern eine Fachhochschule besucht - um Kindergärtnerin zu werden.
"Vor Corona" haben es die Kinder geliebt, von allen Seiten auf die fesche Britta loszustürmen, bis die junge Frau
mit den feuerroten Locken, den Sommersprossen und dem vollen roten Mund "überall" kleine feste Kinderhände ("Sind so kleine
Hände" - und so kleine Herzen usw.)und feste Bussis (hin)bekommen hat!

("Grade klare Menschen sind ein schönes Ziel. Menschen ohne Rückgrat haben wir zu viel!")
NUN verstehen die aufgeweckten Kinder, dass es eine gefährliche Krankheit gibt - und auch wenn sie weder wissen, was
"Delta" heisst, noch, was "Omikron" ist, verstehn sie in ihren Herzen, die "ihrer" Britta gelten, dass gerade Menschen, die
Liebe TUN, nicht angesteckt werden sollten! Sondern geschützt werden müssen!
Ob`s nun Britta, eine Krankenschwester, eine Lehrerin, eine Polizistin... ist!

Oder die nette Frau an der Supermarktkassa! Am Ende ihrer Ausbildung will Maria Menschen wie Britta helfen -
UND den Kindern.

Wie gesagt: "Liebe, die ihren Namen verdient, ist immer an andere Menschen adressiert!"
Das können Menschen in der "Dritten Welt" sein, Hungernde, Verzweifelte, Obdachlose, Menschen in Armut,
in Elendsvierteln.
Angehörige dieser und jener Minderheit - Maria findet die Hilfe für Roma und Sinti ebenso wichtig wie die
für verfolgte Menschenrechtsaktivisten - die für "Transmenschen" ebenso wichtig wie die für "Schwule" und Lesben -
die für die einsame alte Nachbarin ebenso wie die für die nun demente und hilflose 85jährige Sabine -
die "einst" sehr aktiv war und viel in der Welt herumgereist ist!

Maria hält die Einführung einer Pflegeversicherung wichtig, bessere Bezahlung und soziale Absicherung
von Menschen, die in der Pflege tätig sind.

Und die Änderung ungerechter Strukturen und die Bekämpfung der URSACHEN von Hunger, Ausbeutung und Armut
ebenso wichtig wie einen Kuss, eine Umarmung und ein Dankeschön:

"Dankeschön, Mama! Ich hab dich lieb! Schön, dass ich dich habe!" "Danke, Maria, meine wunderbare Tochter!"
Mehr "muss" die Mama nicht sagen - den "Rest" "sagt" der Kuss, den sie ihrer Tochter gibt!

Danke, Hannah Arendt!
Und Danke an alle, die Sätze wie "Liebe ist die Kraft des Handelns!" LEBEN und beherzigen!!
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