Sein oder Nichtsein

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Sein oder Nichtsein

Beitragvon genok » Sonntag 26. Juli 2020, 13:48

" Hallo, gut daß ich dich mal treffe, das ist ja nicht so leicht. Was ich schon lange fragen wollte: 'Warum wurde ich geboren, ohne daß man mich gefragt hat?' - Ach so, konnte man ja nicht, weil ich nicht da war.

Wenn man aber das mit dem Zeitproblem hätte hinkriegen wollen, und es würde funktioniert haben, könnte ich vielleicht 'Nein' gesagt haben. So wie jeder es hätte sagen können, den man gefragt hätte, obwohl dieser Jeder bis dahin nicht existent war und es vielleicht auch nie gewesen sein könnte - oder bei einem 'Ja' dann eben doch. Nach einem klaren 'Nicht doch' wäre das bis heute sowieso egal, ein 'Nicht' ist eben Nichts.

In der Konsequenz wahrscheinlich aber doch nicht, denn trotz 'egal' wäre es schon ein Unterschied ob oder ob nicht. Was sich aus diesem Unterschied ergeben könnte, müsste man vorher schon wissen, weil so etwas im Effekt schon sehr gravierend sein könnte, denke ich mir.
Um das wissen zu können, müsste man vorher 'Ja' gesagt und existent gewesen sein - wenn es einem nicht vorher hypothetisch mitgeteilt werden könnte mit dem üblichen, doch etwas unsicheren 'Was wäre wenn', denn man selber wüsste bis dahin ja gar nichts. Um mit Sicherheit sagen zu können, ob man hätte geboren sein wollen oder nicht, müsste man also schon mal geboren worden sein - aber das Ganze zweimal, ich weiß nicht – obwohl – na ja.

Man könnte sich tatsächlich viel Hin und Her sparen, indem man doch nicht erst vor die Wahl gestellt werden würde. Jetzt ist mir schon klar, daß es so sein muss wie es ist, schon weil das mit der Zeit so schön unlogisch ist, und daß es nicht anders sein kann, trotz allem, was sich daraus Angenehmes oder Unliebsames ergeben könnte. Nach diesem ‘würde‘, 'hätte' und 'könnte' hat sich meine Eingangsfrage somit erledigt. Sie ist halt dieser merkwürdigen Rückkopplung im Gehirn entsprungen, diesem Bewusstsein sich bewusst zu sein zu sein. Na dann, nichts für ungut und vielen Dank für das Gespräch, vielleicht treffen wir uns zufällig mal wieder. "
Zuletzt geändert von genok am Dienstag 28. Juli 2020, 13:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Sein oder Nichtsein

Beitragvon gerhard » Dienstag 28. Juli 2020, 09:40

In einer grandiosen Verfilmung des "Gespenstes von Canterville" von Oscar Wilde
stellt sich heraus,warum Shakespeare die Szene,wo der Geist von Hamlets
Vater sich mit Hamlet unterhält, so überzeugend darstellen konnte:

Er hatte einen Berater(Sir Simon de Canterville)der damals in Shakespearezeiten lebte und mit ihm befreundet war
und dann zu einem echten Gespenst wurde! Leider ist das jetzt nicht so philosophisch geworden,
weil ich die Sprachspiele nicht so gut kann wie du!!

Sein oder Nichtsein,das ist hier die Frage!

Ich bin,und darum ist (auch)bei mir(und auch bei dir!)das Sein und nicht
das Nichtsein vorhanden!!
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