Wo bleibt der Glaube?

Wo bleibt der Glaube?

Beitragvon Lena » Donnerstag 12. November 2015, 22:19

Wo bleibt der Glaube?

Ein Mensch muss gehen
Und es stehen
Die, die noch da sind,
In Schwarz herum,
Bitten Gott
für die arme Seele,
Dass er sie aufnehme,
und in die Stele
stellt man die Urne mit Brimborium.

Braucht Gott erst unsere Bitte
Damit er in seine Mitte
Die Seele holt, die er ausgesandt?
Braucht es dazu Menschenhand?
Steht die Seele in der Ecke,
Wartet, bis endlich einer Gott wecke,
Um ihn zu bitten, sie aufzunehmen?
Da müsste ich für Gott mich schämen.

Glaube heißt,
Ich vertraue darauf,
Dass Gott jede Seele holt zu sich hinauf.
Mir bleibt nur, ihm zu danken,
Dass er keinen vergisst.
Das ist es, was für mich Glaube ist.
Das höchste Gut ist die Harmonie der Seele mit sich selbst.
Seneca
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Re: Wo bleibt der Glaube?

Beitragvon heuberger » Donnerstag 12. November 2015, 22:50

Liebe Lena,
Zwei Gedanken sind´s, die mich ansprechen und die mir nahegehen:
Jede Seele/Geist wird geholt. Niemand wird vergessen.
Daraus folgt: Unsere Bestattungsriten sind für uns Menschen gedacht, als Formen des Abschiednehmens. Darin erfüllen sie ihren guten Zweck.
Danke für das Gedicht.
Liebe Grüße
Manfred
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Re: Wo bleibt der Glaube?

Beitragvon Gila » Freitag 20. November 2015, 19:46

Hallo,

auch ich mache mir so meine Gedanken zu dem Thema. Ich glaube, dass wir eine Seele haben und auch, dass es etwas großartikes nach dem Tode gibt. Mit der Institution Kirche hat das aber für mich nichts zu tun und mit dem was im Namen des *Allmächtigen* alles geschieht, erst recht nichts. Das ist alles von Menschen erdacht und nicht frei von persönlichen Vorteilen. Ich denke nicht, dass ein Mensch jemals begreifen kann warum, weshalb, wieso etwas so ist, wie es ist. Nein, was das große Ganze leitet ist nicht zu erforschen, denn dann wäre es nicht groß. Kirche ist ein Geschäft, erlebe es gerade wieder bei der Beerdigung meines Vaters. Selbst die bereits beim Tode meiner Mutter bezahlte Grabstätte muss erneut bezahlt werden. über 45 Jahre lang hat mein Vater Kirchensteuer bezahlt und noch nicht einmal einen Quadratmeter Land dafür erworben. Alles andere muss selbstverständlich auch bezahlt werden (Aufgraben, zuschaufeln, Papierkram, Kerzen und und und) Womit ich nichts gegen die Arbeit von Pastoren sagen möchte, sie können durchaus Trost bringen und Lebenshilfe geben. Aber, ein guter Psychologe, ein mitfühlender Mensch kann das auch.

Liebe Grüße Gila
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Re: Wo bleibt der Glaube?

Beitragvon Lena » Sonntag 22. November 2015, 19:08

Ich danke euch für die Antworten.
Ja, es wirft solche Fragen auf, wenn man einen lieben Menschen eingraben muss.

Ich will die Kirche nicht verteidigen. Die Kosten fürs Grab, das Einschaufeln usw. bekommt die städtische Friedhofsverwaltung. Außerdem geht natürlich ein Großteil an das Beerdigungsinstitut. Sie machen schon ihren Reibach mit dem Tod. :(

Aber alles andere, da geb ich euch Recht. Die Kirche ist ein Verein, der den Leuten etwas "verkauft", von dem sie selber gar nicht weiß, ob es das gibt. Nur mit Hilfe von Emotionen-Manipulation. Und gerade in so einer Situation ist man da sehr verwundbar.
Ich musste mich darüber bei der Beerdigung wundern, ärgern, es hat mich irritiert. Deshalb enstand dieser Text.

LG Lena
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