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WINTERSONNENWENDE

Verfasst: Montag 21. Dezember 2015, 10:05
von heuberger
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Das alte Licht ist am Verglüh´n
in trüber Dämm´rung Schein.
Die letzte Stunde geht dahin.
Das wird´s gewesen sein.

Ach, kurzer Tag, gehst du schon wieder?
Und lässt im Finstern uns zurück,
dass Schwermut auf uns sinkt hernieder.
Kein Licht mehr zeigt sich unserm Blick?

So geht der Tag, die längste Nacht
beginnt. - O Mensch, hab Acht:
Ein andres Licht, o Wonne,
gibt Hoffnung, Wärme, Sonne,

So mag es leuchtend uns aufgeh´n,
und strahlen, bis es Alle seh´n,
und seine Botschaft dann versteh´n:
DIES LICHT WIRD NIEMALS UNTERGEH´N.

Doch bald kehrt wieder Dunkel ein,
was groß ist, reden wir uns klein.
Unsinn dafür wird aufgebläht,
so weit, bis es nicht weitergeht.

Manchmal gleicht der Mensch dem Licht,
das aufgeht, und dann nieder.
Bloß - wo wir hingeh´n weiß ich nicht.
Das Licht jedoch, kehrt wieder.