
Klang der Dinge
Ich höre die Dinge so gerne singen,
wie sie lachen, weinen und klingen.
Ein jedes Ding hat seinen eigenen Klang,
wer hören kann vernimmt den Gesang.
Erzählen von dem was war und was ist,
zeigen was wird, was schön und trist.
Ein Jedes mit trauriger Stimme spricht,
sieh zu uns hin, hörst du uns nicht !?
Drum fürchte ich mich vor der Menschen Wort,
es raubt mir die schönsten Dinge fort.
Der Taube zugleich mit Blindheit umnachtet,
hat die singenden Dinge einfach verachtet.
Nichts erlauschen und nichts sehen,
zertrampeln, achtlos nur vorüber gehen.
Des Menschen Wort voll Hohn und Stolz,
der Wald wird stumm, nur totes Holz.
Der Farben Stimme schönstes Lied
gleich einer Blume welk verschied.
Der Erde Angesicht liegt bald im sterben,
der Meere Wasser schon verderben.
Noch hör´ und seh ich die Dinge singen,
so wie nur sie mir Freude bringen.
Doch fürcht´ ich mich der Menschen Wort
es rafft mir die letzten Wunder hinfort.
© Rosanna Maisch
( Nach Rainer Maria Rilke´s Werk " Ich fürchte mich vor der Menschen Wort" )


