Das Regenbogentor
“Siehst du den Regenbogen? Ja, natürlich sehe ich ihn. Möchtest du einmal durch dieses Tor gehen? Wieso Tor, es ist ein Bogen. Von mir aus, also möchtest du einmal durch diesen Torbogen gehen? Wozu? Na, um zu sehen, was auf der anderen Seite ist. Auf der anderen Seite sind auch Wolken, also wozu? Vielleicht ist das nur ein Vorhang aus Wolken. Es interessiert mich nicht. Meine Güte, keine Idee und keine Fantasie, dabei kann alles mögliche dahinter sein. Quatsch, alles was dahinter sein kann, sind Hirngespinste!
So ist es abgelaufen und dann hat sie gesagt mit mir könne man nicht reden, ist aufgestanden und schwimmen gegangen. Ich frage mich, ob sie einen neuen Weltrekord aufstellen will, sie kommt ja überhaupt nicht wieder raus!“, beklagt sich Alex bei seinem Freund Jens. „Ja man, das ist doch kein Problem, geh doch einfach durch dieses Regenbogentor, imaginär mein ich“, antwortet der und schüttelt mit dem Kopf. „Wenn ich das mache, verwickelt sie mich in immer abstrusere Gedanken, ich kenne das. Am Ende bin ich nicht nur fantasielos, ich mutiere zum UN-Wesen, unintelligent, uneinfühlsam, unausstehlich usw“, entgegnet Alex. Dann schweigen beide und denken nach.
„Meinst du?“, nimmt Jens den Faden wieder auf „meinst du, ich sollte einmal mit ihr reden, ihr klar machen, dass du eben eine begrenzte Vorstellungskraft hast?“ „Meine Vorstellungskraft ist vollkommen in Ordnung. Ich kann mir den Weihnachtsmann und den Osterhasen sehr gut vorstellen, obwohl es sie nicht gibt. Aber was soll bitte hinter diesem Regenbogentor sein? Engel, Einhörner, Ufos oder was?“ „Ja, Ufos, warum nicht?“, greift Jens die Idee auf. „oder, klar Engel, Schutzengel zum Beispiel.“ „Logisch“, sagt Alex und grinst vor sich hin. “Schutzengel, dicke Putten flattern da umher. Wir können sie nur nicht sehen, weil die Wolken davor sind!“ „Blödsinn, es geht um Vorstellungskraft und Illusion“, entgegnet Jens. „Schon kapiert“, antwortet Alex. „Ich stelle mir zum Beispiel vor, ich bekomme morgen einen Job und das ist, musst du zugeben, eine Illusion!“ „Ach komm Alex, sie möchte doch nur hinter deine Wünsche, Träume und Fantasien kommen, so sind Frauen“, meint Jens. „Und dazu muss ich durch irgendwelche Halophänomene schreiten und Visionen haben, scheiß drauf!“, antwortet Alex und tippt sich an die Stirn. Beide schweigen wieder.
„Ich glaube, sie schwimmt an Land. Also ich finde, spiel das Spiel doch einfach mal mit, so ein wenig Esoterik und Psychokram das ist doch easy!“, rät Jens seinem Freund. „Oder willst du sie loswerden?“ „Nein, will ich nicht!“, antwortet Alex und schnappt sich das Handtuch. Ute steht inzwischen vor ihnen, nimmt das angebotene Handtuch und sagt:“ „Echt, wenn man da so schwimmt, dann fragt man sich, was ganz unten im Wasser ist?“ „Na was schon“, antwortet Alex und rubbelt sie mit ab „Fische, Krebse, Algen und all solch Zeug, weiß doch jeder!“ „Ich meine tiefer, viel, viel tiefer, ganz unten“, ergänzt Ute. „Ganz, ganz unten wohnt der Teufel!“, antwortet Alex geheimnisvoll, zwinkert Jens zu und kommt sich sehr fantasievoll vor. „Witzig, sehr witzig“, sagt Ute „aber auf den Arm nehmen kann ich mich alleine!“
Jetzt verdreht Alex die Augen und sagt:„Ich gehe mir Zigaretten holen, soll ich dir ein Eis mitbringen Schatz?“ „Nicht nötig“, sagt diese, „das macht schon der Zauberer von Oz!“ und damit wendet sie sich ab. „Vielen Dank für deinen Tipp, hat prima geklappt.“, flüstert Alex Jens zu und verschwindet.
„Ist er weg?“, fragt Ute. Jens nickt. „Manchmal nervt er mich total mit seinem platten Humor.“, spricht sie weiter. Jens schaut verlegen auf´s Wasser. „Hast du dich schon einmal gefragt, was hinter einem Regenbogen ist?“ „Ja, sicher.“ „Und was denkst du?“ „Also wenn man durch das Tor geht, vielleicht Engel, Einhörner oder Ufos“, antwortet Jens mit ernstem Gesicht. „ Und wieso sieht man sie nicht, ich meine man sieht doch nur Wolken?“, fragt Ute skeptisch „Ja, ja“, sagt Jens, „ich weiß, aber die Wolken, das könnte auch ein Vorhang sein.“ Ute schaut ihn durchdringend an und sagt:„Seid ihr eigentlich ein bisschen blöde, dein Freund und du oder haltet ihr mich für blöde? Der eine erzählt mir was vom Teufel und der andere labert was von Engeln und Ufos. Wie wäre es denn zum Beispiel mit Erd-/ oder Luftschichten?“ „Ja aber, ich dachte“, stottert Jens. „Tipp von mir, vor dem Denken Gehirn einschalten, nicht alle Frauen sind einfältig, klaro?“, sagt Ute, schnappt sich ihre Sachen und geht. Man ist die Frau kompliziert denkt Jens und ist froh, dass das nicht seine Freundin ist.
Das Regenbogentor
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